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Fasten Fasting

Fasten – Tag 1

Dass Neurodermitis etwas mit Essen und allgemein gesunder Lebensweise zu tun hat, wollte ich lange nicht wahrhaben. Zu gerne habe ich gegessen und zu unbequem war diese Wahrheit. Als aber irgendwann auch die stärksten Cremes, Salben, Immunsuppressiva und Kortison nicht mehr gewirkt haben und ich endlich ein Leben mit gesellschaftlicher Teilhabe führen wollte, führt kein Weg mehr an einer Umstellung der Ernährung vorbei. 

Doch natürlich war auch dieser Weg weder unbeschwert, noch eine Einbahnstraße. Stattdessen blieben die Rückschläge erhalten, auch wenn sie wesentlich seltener wurden. Und es ist auch keineswegs so, dass ich auf einen Schlag genau wusste, was ich zu tun und zu essen hatte, um schnellstmöglich wieder gesund und beschwerdefrei zu werden. 

Es ist vielmehr so, dass man von vielen unterschiedlichen Quellen teils widersprüchliche Aussagen zu Nahrungsmitteln, Zubereitung und Konsequenzen für den eigenen Organismus erhält. So habe ich zum Beispiel von Naturheilkundlern die Aussage gehört, dass Joghurt Candida nähren würde, während andere Quellen eindeutig belegen, dass Naturjoghurt gerade keine Nahrung für Candida darstellt, da die enthaltene Laktose von den ebenfalls enthaltenen Milchsäurebakterien zersetzt würde. 

Bei mir hat sich Naturjoghurt grundsätzlich gut auf den Hautzustand und auch mein inneres Wohlbefinden ausgewirkt. 

Während die Umstellung der Ernährung das eine ist, ist damit andererseits an der Vergiftung der inneren Organe noch nichts geändert. Hier experimentiere ich seit Jahren mit vielen verschiedenen Präparaten und Kompositionen unterschiedlicher Anbieter. Ich werde an anderer Stelle mal etwas zu meinem genauen Setup schreiben, mit dem ich meine Neurodermitis in Schach halte bzw. schrittweise verbessere. 

Nachdem ich also im letzten Monat eine Kur gegen Candida und andere Parasiten abgeschlossen hatte (“ParaShield”) und danach bereits erkennbar Besserung meines Haut- und Gesundheitszustandes eingetreten war, wollte ich noch ein bisschen mehr machen. 

Daraufhin wurde mir von mehreren Freunden das Programm Colo Vada Plus empfohlen. Hierbei handelt es sich um ein Komplettprogramm zur Entgiftung der Organe, tiefen Reinigung und Restaurierung des Darms. Wie schon beim Programm Parashield wird auch bei Colo Vada begleitend eine Diät geführt, die auf Zucker, Getreide und Fleisch verzichtet, um den Darm in dieser Phase nicht übermäßig zu belasten und damit die Entgiftung unnötig zu erschweren. Da ich sowieso weitgehend auf diese Nahrungsmittel (außer ab und zu Fleisch) verzichte, war das für mich weder schwer noch außergewöhnlich.

Das Programm unterteilt sich in drei Phasen, wobei die erste Phase (“Vorbereitungsphase”) die Gifte aus den Organen löst und in den Dickdarm treibt, während die zweite Phase (“Reinigungsphase”) die Gifte entfernt und die dritte Phase die “Aufbauphase” ist. Während der zweiten Phase sollte dann idealerweise ganz gefastet werden – nur so würde die optimale Reinigungswirkung erzielt werden, heißt es.

Vier Tagen Fasten habe ich bisher noch nie geschafft. Ich habe zwar durchaus positive Erfahrungen mit dem Fasten gemacht und auch entsprechende Wirkungen auf mein Immunsystem festgestellt. Über regelmäßiges Intervallfasten oder mal einen ganzen Tag fasten bin ich jedoch nie hinaus gekommen. 

Mein Respekt vor diesem Abschnitt war also im Vorfeld entsprechend groß. 

Hoffnung machte mir, dass ich begleitend zum Fasten einen Puder aus Flohsamenschalen und weißem Lehm in Wasser eingerührt zu mir nehmen müssen würde, der das Hungergefühl beseitigen und den Darm effizient reinigen soll. Auch gibt es eine bunte Zusammenstellung an Pillen, die ich jeden Tag zweimal nehmen muss, weil meinem Körper dadurch alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe zur Verfügung gestellt werden.

Ich erhoffe mir davon , dass vieles besser wird mit meiner Gesundheit: Candida, Parasiten, Nährstoffversorgung, Entgiftung, Verbesserung Denkleistung, Hautbild, Grad der Bräunung, Durchblutung, Krampfadern, gedämpftes Hören etc. 

Das Programm geht also 7 + 4 + 3 Tage, wobei der krasseste Teil – das Fasten – an den mittleren vier Tagen stattfindet. Man muss also ein bisschen vorausdenken, wenn man in einem möglichst günstigen Zeitraum fasten möchte. Wie gut meine Vorbereitungen waren, wird sich hinterher zeigen. Ich habe mir fest vorgenommen, die vier Tage durchzuhalten. 

Wichtig war für mich, dass die vier Tage nicht alle auf Wochentage fallen, ich also das Wochenende möglichst effektiv einbinde. Außerdem wollte ich nicht allein sein, da ich schnell Probleme mit dem Kreislauf bekomme, wenn ich länger nicht gegessen habe. 

Ich hatte seit Freitagabend 18 Uhr nicht mehr gegessen. Dadurch wird die Vier-Tage-Zielmarke am Dienstagabend erreicht. 

Nachdem ich knapp 24 Stunden gefastet habe, stelle ich an mir selbst folgende körperlichen und geistigen Reaktionen auf das Fasten fest: Hunger, Schwäche, niedriger Blutdruck, kalte Extremitäten, keinerlei Tatendrang (zu diesem Blogartikel musste ich mich zwingen), übersteigerte Euphorie (ähnlich wie bei Schlafmangel) und ständige Müdigkeit. Ich habe circa 3-4 kurze Nickerchen über den Tag verteilt gehalten. 

Ich kann also an dieser Stelle schon einmal sagen: Das Hungergefühl wird nicht wirklich beseitigt und die Einnahme des Pulvers war insgesamt keine Wohltat. Der Hunger wird schon am ersten Tag ständiger Begleiter und die Beherrschung von Gedanken und Emotionen eine echte Herausforderung. 

Ich erwische mich immer wieder dabei, wie mein Kopf mit vorschlägt, ich solle doch etwas essen. 

Ich zu meinem Kopf:“Lass uns doch später den Müll runterbringen, wenn wir eh zum Flughafen fahren. Dann sparen wir uns einmal runterlaufen.“

Mein Kopf antwortet:“Ja super, die gewonnene Zeit können wir nutzen, um etwas leckeres zu essen“ 

Insgesamt erinnert mich der ganze Prozess an die Meditation: man kämpft gegen einen übermächtigen Gegner – hier das Hungergefühl. Und man kann diesen Kampf nur gewinnen, indem man nicht kämpft. Verrückt, was? 😉 

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